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Drug-Checking-Auswertung 2025: Doppelter Rekord im Kanton Bern

Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Kokain erreichte 2025 mit 85 Prozent den höchsten jemals im Kanton Bern gemessenen Wert. Gleichzeitig stieg die Zahl der analysierten LSD-Proben zum fünften Mal in Folge und erreichte einen neuen Höchststand. Die aktuelle Drug-Checking-Auswertung von CONTACT Nightlife zeigt zudem, wie wichtig die Schadensminderung bleibt: In 42 Prozent aller Fälle mussten Warnungen ausgesprochen werden.

So rein wie noch nie: Das im Drug Checking abgegebene Kokain wies 2025 einen durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von 85 Prozent auf.

Kokain so rein wie noch nie

Über die stationären Drug-Checking-Angebote dib Bern und dib Biel, das mobile Drug Checking an Veranstaltungen sowie die CONTACT Anlaufstellen in Bern und Biel wurden im Jahr 2025 insgesamt 1’688 Proben analysiert. Kokain war dabei vor MDMA, Cannabis, LSD und Amphetamin erneut die mit Abstand am häufigsten getestete Substanz.

Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Kokain lag bei 85 Prozent und erreichte damit den höchsten jemals im Kanton Bern gemessenen Durchschnittswert. Gleichzeitig nahm der Anteil gestreckter Kokainproben weiter ab. Der hohe Reinheitsgrad bedeutet für Konsumierende zwar weniger Streckmittel, erhöht aber auch das Risiko, die Wirkung einer Probe zu unterschätzen und ungewollt zu hoch zu dosieren. Einzelne Kokainproben enthielten weiterhin gesundheitlich bedenkliche Beimischungen wie das Lokalanästhetikum Procain, das Schmerzmittel Phenacetin oder das tiermedizinische Entwurmungsmittel Levamisol.

 

LSD-Boom hält an

Ein weiterer auffälliger Trend war die steigende Nachfrage nach LSD-Analysen. Während 2021 noch rund 70 LSD-Proben analysiert wurden, waren es 2025 bereits 211. Damit hat sich die Zahl der eingereichten Proben innerhalb von fünf Jahren mehr als verdreifacht.

Im Jahr 2025 sprach CONTACT Nightlife insgesamt 713 Warnungen aus. Gründe dafür waren unter anderem gefährliche Streckmittel, hoch dosierte MDMA-Pillen oder unerwartete Inhaltsstoffe. Besonders problematisch sind falsch deklarierte Substanzen: Bei rund drei Prozent aller Proben entsprach der Hauptwirkstoff nicht dem, was die Konsument*innen erwartet hatten.

 

Keine hochpotenten synthetischen Opioide nachgewiesen

Im Bereich Heroin blieb die Situation weiterhin unter Beobachtung. Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt lag 2025 bei 26 Prozent. Erfreulich ist, dass bislang weder Fentanyl noch Nitazene in den analysierten Heroinproben nachgewiesen wurden.

Internationale Erfahrungen zeigen jedoch, dass hochpotente synthetische Opioide jederzeit auch in der Schweiz vermehrt auftreten könnten. CONTACT verfolgt die Entwicklung deshalb aufmerksam und testet Heroinproben sowohl im Drug Checking als auch in den Anlaufstellen. Seit 2025 kommen zusätzlich Schnelltests zum Einsatz, mit denen Fentanyl und Nitazene innert weniger Minuten nachgewiesen werden können.

 

Weitere Erkenntnisse aus der Auswertung:

  • 54 Prozent der eingereichten Proben gehörten zu den stimulierend wirkenden Substanzen.
  • Der Bezug von illegalen Substanzen über Online-Kanäle wie das Darknet und Telegram hat weiter zugenommen.
  • Amphetamin wird nach wie vor sehr häufig gestreckt. 69 Prozent der analysierten Proben enthielten mindestens ein Streckmittel.
  • 97 Prozent der analysierten MDMA-Pillen enthielten mehr als 120 mg Wirkstoff und waren damit hoch bis sehr hoch dosiert.
  • Ketamin wird seit Jahren zunehmend zur Analyse abgegeben.
  • In 13 Prozent der untersuchten Cannabisproben wurden synthetische Cannabinoide nachgewiesen.
  • Die Nutzer*innen der Drug-Checking-Angebote waren im Median 34 Jahre alt; 82 Prozent waren männlich.

 

Drug Checking hilft, Risiken durch unbekannte Inhaltsstoffe, Streckmittel und schwankende Wirkstoffgehalte zu erkennen und zu reduzieren. CONTACT Nightlife ist ein Angebot von CONTACT Stiftung für Suchthilfe. Seit 2026 wird das Angebot vom Kanton Bern über einen Leistungsvertrag mitfinanziert. Die Unterstützung unterstreicht die Bedeutung von Drug Checking und Schadensminderung für die öffentliche Gesundheit.

 

Die vollständige Auswertung mit weiteren Zahlen, Grafiken und Hintergrundinformationen steht als PDF zum Download bereit.

Weitere Informationen zum Angebot von CONTACT Nightlife finden Sie hier.

Hier geht es zur Übersicht über die schadensmindernden Angebote von CONTACT Stiftung für Suchthilfe.

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