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BAG setzt Abwasserstudie zum Drogenkonsum aus – aus Sicht der Suchthilfe «sehr bedauerlich»

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die nationale Abwasserstudie zur Überwachung des Drogenkonsums ausgesetzt – aus Sicht der Suchthilfe ein bedauerlicher Entscheid.

Das Projekt «DroMedArio» war ein wichtiger Bestandteil des Drogenmonitorings in der Schweiz.

Projekt «DroMedArio» vorerst auf Eis gelegt

Bis Ende 2024 wurden im Rahmen des Projekts «DroMedArio» regelmässig Abwasserproben aus verschiedenen Regionen der Schweiz auf Drogenrückstände analysiert. Die Studie lieferte wertvolle Hinweise zu Konsummustern, ohne in die Privatsphäre Einzelner einzugreifen.

Seit dem Auslaufen der Pilotphase gibt es jedoch keine aktuellen nationalen Daten mehr – eine Lücke, die bei verschiedenen Suchthilfeorganisationen und Fachpersonen für Sorgenfalten sorgt. «Die Abwasseruntersuchung war ein sehr zuverlässiges Monitoring-Tool, um Entwicklungen festzustellen», bestätigt Thomas Koller – Leiter CONTACT Nightlife und fügt hinzu: «Der Vorteil war, dass damit flächendeckend Trends erkannt werden konnten. Der Wegfall dieser systematischen Untersuchung ist natürlich sehr bedauerlich.»

Wiederaufnahme Abwassermonitoring ab 2026?

Die Gründe für den Entscheid des BAG liegen laut Medienberichten vor allem beim Spardruck des Bundes. Während für das Abwassermonitoring jährlich rund 100’000 Franken budgetiert waren, konnten die Verträge nach Ende der Pilotphase offenbar nicht weitergeführt werden.

Erfreulicherweise scheint das Monitoring aber nicht endgültig beendet zu sein: Gegenüber dem Online-Portal «20 Minuten» stellte das BAG klar, dass das Abwassermonitoring nicht in Frage steht und weitergeführt wird. Der entsprechende Vertrag für die kommenden Jahre ab 2026 werde derzeit finalisiert.

Zentrales Frühwarnsystem fällt vorerst weg

Für die Suchthilfe ist die vorübergehende Unterbrechung dennoch mehr als ein finanzielles Detail – sie bedeutet den zeitweisen Verlust eines zentralen Frühwarnsystems. Ohne die regelmässige Analyse fehlen Daten, um neue Trends, veränderte Substanzqualitäten oder gefährliche Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen.

Die schadensmindernden und niederschwelligen Angebote mit den Anlaufstellen und dem Drug Checking der CONTACT Stiftung für Suchthilfe im Kanton Bern sind umso wichtiger. Sie schaffen einen Zugang und, wie Koller erklärt, «mindestens einen kleinen Einblick in die Konsumgewohnheiten der Menschen».

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